Die 10 Denkfehler zur Berufsunfähigkeit

In diesem Artikel geht es um die „10 Denkfehler zur Berufsunfähigkeits(-versicherung)“

Denkfehler 1: Ich bin zu jung für Berufsunfähigkeit
Falsch! Unfälle und Krankheiten sorgen bereits heute dafür, dass jeder 9. Betroffene unter 40 Jahre alt ist. Es gibt eigentlich gar kein „zu jung“, sondern eher ein „zu alt“. Wobei ein „zu alt“ gibt es auch nicht. Es ist alles eine Frage der Prämie und eine Frage des Gesundheitszustandes. Aber ein Vorteil von jungen Jahren ist einfach die geringe Prämie. Junge Kunden zwischen 20-30 Jahre zahlen einen deutlich geringeren Beitrag als Kunden die 40, 50 oder gar 60 Jahre alt sind. Hier sprechen wir von Beitragsunterschieden zwischen 50 und 100 Euro Prämienunterschied im Monat – je nach Gesellschaft!

Denkfehler 2: Im Büro kann nichts passieren
Auch im Büro lauert Berufsunfähigkeit. Durch starken Bewegungsmangel und durch ständig sitzende Tätigkeiten, kann man ganz schnell Rückenprobleme bekommen. Doch die größere Gefahr geht allerdings durch psychische Erkrankungen aus wie

– Stress,
– Überforderung und
– Mobbing

Die Ursachen für seelisches Leiden können sehr vielfältig sein.
Jede dritte BU-Rente geht bereits auf solche Psychische Erkrankungen zurück.

Denkfehler 3: Die gesetzliche Rente reicht völlig aus
Seit 2001 haben Geburtenjahrgänge ab 1961 keine Berufsunfähigkeitsversicherung (BU-Rente) mehr. Diese Jahrgänge erhalten eine Erwerbsminderungsrente (EMR). Bei der EMR unterscheidet der Gesetzgeber zwischen einer halben EMR und voller EMR. Wobei die volle EMR gerade einmal 1/3 des letzten Bruttogehalts ausmacht. Hier kann man sich sehr schnell ausrechen, was man so bekommt, wenn man überhaupt nicht mehr arbeiten kann. Hier muss man noch drauf achten, ob man überhaupt eine EMR erhält, den rund die Hälfte alle EMR-Anträge werden vom Gesetzgeber regelmäßig abgelehnt, weil man schlichtweg zu „gesund“ ist.

Außerdem sind die Leistungen sehr, sehr bescheiden. Im Schnitt erhält man 650 Euro Erwerbsminderungsrente und das ist rund 300 Euro weniger als die offizielle Armutsgrenze von 979 Euro (2014).

Denkfehler 4: Ich bin bereits gut versorgt
Ein Mythos den die Erbengeneration häufig unterliegt. Sicherlich… wer Vermögend ist oder von der Oma ein Häuschen geerbt hat der steht finanziell sehr gut da. Allerdings wer mit 47 Jahren Berufsunfähig wird und dann bis Rentenbeginn 67 nicht mehr arbeiten kann, dem fehlt sehr, sehr viel Geld.

Angenommen man hätte Ausgaben von rund 1.500 Euro monatlich und das über 20 Jahre, dann summieren sich die Ausgaben in diesen 20 Jahren auf knackige 360.000 Euro. Ich finde das ist eine ordentliche Summe Geld!

Denkfehler 5: Die Unfallversicherung reicht aus!
Nur 10 Prozent aller BU-Renten gehen auf einen Unfall zurück. In 90% der Fälle ist eine Krankheit für eine BU verantwortlich und genau da zahlt die Unfallversicherung nicht.

Denkfehler 6: Die BU-Rente wird mit Erwerbsminderungsrente verrechnet
Die Leistungen aus einer gesetzlichen Erwerbsminderungsrente fließen auch bei Bezug einer BU-Rente in vollem Umfang. Allerdings könnten weitere Erwerbseinkünfte mit der gesetzlichen Absicherung verrechnet werden. Das passiert, wenn man nebenbei noch etwas verdient.
Aber die Berufsunfähigkeitsversicherung bleibt hiervon unberührt.

Denkfehler 7: Die Berufsunfähigkeitsversicherung ist teuer
Wie unter Punkt Eins gezeigt ist ausreichender Schutz bereits für wenig Geld zu erhalten. Das rechnet sich vor allem wenn man in jungen Jahren in die Berufsunfähigkeitsversicherung einsteigt.

Eine Zweite Möglichkeit wäre das „Vertragssplitting“.
Bedeutet man schließt zwei Verträge ab. Einen Vertrag mit z. B. 750 Euro mit z. B. Endalter 57 Jahre und dann noch einen zweiten Vertrag mit 750 Euro bis Endalter 67 Jahre. Bedeutet, dass man bis zum 57 Lebensjahr einen vollen Versicherungsschutz von 1500 Euro genießt.
Nach dem 57 Lebensjahr, hat man nur noch 750 Euro BU-Rente.
Wobei hier der Beitrag deutlich geringer ist als für feste 1.500 Euro bis 67.

Viele Kunden können mit 750 Euro die letzten 10 Jahre bis zur Altersrente noch einigermaßen überbrücken. Haben somit einen günstigeren Versicherungsschutz. Dies gilt allerdings im Kundengespräch herauszufinden, damit keine Fehlberatung stattfindet. Da 750 Euro grundsätzlich zu wenig ist.

10-Denkfehler-BU

Denkfehler 8: Vorerkrankungen verschweigen
Hier sollte man wirklich vorsichtig sein und mit dem Kunden die Gesundheitsfragen ganz penibel aufschreiben. Denn das schlimmste was passieren kann ist, dass gewisse Vorerkrankungen verschwiegen worden sind vom Kunden bzw. falsch notiert worden sind und wenn der Kunde Versicherungsschutz benötigt und die Gesellschaft ihm diesen verweigert, weil eine vorvertragliche Anzeigepflicht besteht.
Das wäre super ärgerlich und auf dies sollte penibel genau geachtet werden, dass so etwas vermieden wird.

Denkfehler 9: Ich bin jetzt schon alt
Das Risiko BU zu werden steigt, je älter man wird. Erleidet man z. B. mit ende fünfzig an einem Herzinfarkt und man kann danach nicht mehr arbeiten, dann kann man sehr schnell ausrechnen wie viele finanzielle Mittel man tragen muss (wie in Beispiel #4 gezeigt) je nach Alter und Ausgaben monatlich, kann da eine Summe bei 360.000 Euro liegen wenn man noch 20 Jahre lang nicht arbeitet und keine finanzielle Mittel hat.
Je eher man einsteigt, desto besser ist es. Auch wenn man „alt“ ist, lohnt es sich noch eine BU abzuschließen.
Diese muss dann nicht unbedingt eine 100%ige Abdeckung darstellen, da diese dann sehr teuer wird, aber man kann auch eine Teilabdeckung darstellen, womit der Kunde dann heißt zufrieden ist.

Denkfehler 10: Berufsunfähigkeitsschutz nur in Kombination mit Lebensversicherungen
Solche Angebote gibt es immer noch, allerdings bieten die Gesellschaften auch Solo-Berufsunfähigkeitsschutz an. Bedeutet entkoppelt von einer Lebensversicherung.
Früher war dies gang und geben. Heute gibt’s so etwas immer noch, aber immer mehr Gesellschaften bieten eine „Solo-BU“ an.