Unterschied: Standardtarif, Basistarif und Notlagentarif

In diesem Blogeintrag geht es um das Thema:
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen Standardtarif, Basistarif und dem Notlagentarif?
Häufig fragen mich Kunden und Interessenten: „Was passiert eigentlich wenn ich meine Beiträge in der PKV nicht zahlen kann?“

Nun, die gesetzliche Lage is ständig im Fluss und es tauchen immer wieder neue Fachbegriffe auf, die die Kunden und Interessenten verunsichern können. Durch „ergoogeltes „Halbwissen, kommen dann schon mal solche Aussagen wie „na ja wenn ich mein Beitrag nicht zahlen kann dann wechsel ich einfach in den Notlagetarif“.

Um hier als vertrauensvoller Versicherungsberater eine Aussagekräftige und richtige Antwort geben zu können, erkläre ich in diesem Video ganz kurz und bündig die drei „Versicherungsarten“.

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Der Standardtarif wurde 1994 eingeführt und ist der Vorgänger vom Basistarif. Allerdings wurde dieser nicht geschlossen sondern besteht weiter fort.



Die Leistungen liegen auf dem Niveau der gesetzlichen Krankenkasse und die Prämie darf maximal so viel kosten wie die gesetzliche Krankenversicherung im Höchstbeitrag.



Zugang zu den Standardtarife haben alle Versicherte ab 65 Jahre bzw. mindestens 65 Jahre alt sind und die mindestens Zehn Jahre privat krankenversichert sind.



Der Beitrag, also die Versicherungsprämie im Standardtarif ist bei allen Versicherern gleich.



Seit dem Jahr 2000 dürfen auch 55-jährige in den Standardtarif wechseln wenn ihr Jahreseinkommen unterhalb der PKV Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.



Alle die nach 2009 eingetreten sind, die müssen in den Basistarif wechseln und dürfen nicht mehr in den Standardtarif wechseln.



Der Basistarif besteht seit dem 01.01.2009 und die Leistung entsprechen weitestgehend den, der GKV und wichtig ist zu wissen: Wenn die gesetzliche Krankenkasse Leistungen reduziert, wird der Basistarif eben auch reduziert.



Der Beitrag entspricht dem gesetzlichen Höchstbetrag der GKV plus dem durchschnittlichen Zusatzbeitrag. Im Jahr 2016 liegt dieser bei 1,1 Prozent.



Somit kostet die Basisversicherung im Jahr 2016 665,29 Euro plus der Anteil für die Pflegepflichtversicherung.



Wichtig zu wissen ist auch, dass der Beitrag bei anerkannter Hilfebedürftigkeit halbiert werden kann. Hierzu benötigt man selbstverständlich eine Bescheinigung, entweder vom Arbeitsamt oder vom Sozialamt.



Wenn man sich einen Tarif mit Selbstbeteiligung aussucht, z. B. mit 300€, 600€, 900€ oder 1200 Euro dann ist man an einer „Bindefrist“ gebunden. Nicht gebunden ist man bei der 0€ SB-Variante.



Aber wer kann sich jetzt eigentlich im Basistarif versichern?



1. freiwillig GKV versicherte Person innerhalb von sechs Monaten nach ihrer freiwilligen Mitgliedschaft



2. Personen die seit dem 01.01.2009 in die private Krankenversicherung gewechselt haben.



3. Alle ab 55 Jahren in der privaten Krankenversicherung und



4. PKV Versicherte unter 55 Jahren, wenn sie davor in dem Standardtarif gewesen sind, einen gesetzlichen Rentenanspruch haben oder eben eine anerkannte Hilfebedürftigkeit vorweisen können.



Bei Beantragung des Basistarifs gibt es auch eine Gesundheitsprüfung, allerdings ist es so dass in den Basistarif versichert wird. Es gibt einen sogenannten Kontrahierungszwang, dass bedeutet es wird jeder Angenommen. Es gibt keine Zuschläge und keine Ausschlüsse. Jeder wird versichert!



Beim Notlagentarif muss man erst die Hintergrundgeschichte kennen:



Seit dem 01.01.2009 haben wir eine Krankenversicherungspflicht in Deutschland und deswegen können Kunden auch nicht mal eben so gekündigt werden.



Es ist im Gesetz geschrieben, dass jeder Bundesbürger in Deutschland eine Pflicht zur Versicherung hat – eine Krankenversicherungspflicht.



Wenn Kunden bisher ihre Prämien nicht gezahlt haben war es so, dass die Versicherung geruht hat und man nur Anspruch gehabt hat auf Notfallleistungen und die Beitragsschulden haben sich immer weiteraufgehäuft. Damit genau das nicht passiert wurde zum ersten August 2013 der Notlagentarif ins Leben gerufen und da wechselt automatisch jeder Versicherte hin sobald er seine Versicherung nicht bezahlen kann.



Aber keine sorge, man wechselt nicht per se sofort in den Notlagentarif. Es läuft erst ein Mahnverfahren, welches ca. 6 Monate dauert und wenn bis dahin seien Beitragsschulden nicht bezahlt hat dann wechselt man automatisch in diesem Notlagentarif.



Raus aus dem Notlagentarif kommt man erst, wenn die komplette Beitragsschuld beglichen ist. Klar ist natürlich dann auch, dass dieser Tarif kann gewöhnlicher Tarif ist. Man kann ihn nicht neu abschließen und man kann auch nicht in diesen Tarif nach §204 VVG wechseln.



In diesen Tarif kommt man nur, wenn man Beitragsschulden bei seiner PKV hat.



Dieser Tarif leise bei akuter Erkrankung und zur Schmerzlinderung spricht bei Schmerzzuständen, er leistet bei einer Schwangerschaft und Mutterschaft und bei Kindern leisten er zusätzlich gesetzt Vorsorgeuntersuchungen und einige Schutzimpfungen. Dies sind aber leider auch nicht sehr viele!



Das wichtige ist: die Prämie ist für alle Versicherten gleich Unisex und Uniage.